Welche Förderungen gibt es für eine sanierung? Erfahren Sie alles über KfW-Kredite, BAFA-Zuschüsse und steuerliche Vorteile für Ihr Projekt in Deutschland.
Wer heute ein älteres Gebäude besitzt, kommt am Thema energetische sanierung kaum vorbei. Steigende Energiekosten und strengere gesetzliche Vorgaben machen es notwendig, die Gebäudehülle und die Haustechnik auf den neuesten Stand zu bringen. Doch die Kosten für eine solche Modernisierung können schnell im sechsstelligen Bereich liegen. Glücklicherweise unterstützt der Staat Immobilienbesitzer in Deutschland mit attraktiven Förderprogrammen. Diese Hilfen sind ein wesentlicher Bestandteil der German Klimastrategie, um den Gebäudesektor klimaneutral zu gestalten. Ob Einzelmaßnahme wie der Fensteraustausch oder die Sanierung zum Effizienzhaus – die Möglichkeiten sind vielfältig. Es erfordert jedoch eine gute Vorbereitung und die Einbindung von Experten, um den maximalen finanziellen Nutzen aus den Fördertöpfen zu ziehen.
Key Takeaways
-
Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) ist das zentrale Förderinstrument.
-
Investitionszuschüsse der BAFA konzentrieren sich auf Heizungstausch und Einzelmaßnahmen.
-
KfW-Kredite bieten zinsgünstige Darlehen mit Tilgungszuschüssen für Komplettsanierungen.
-
Ein Energieberater ist für die meisten Förderanträge zwingend erforderlich.
-
Steuerliche Absetzbarkeit bietet eine unbürokratische Alternative zum direkten Zuschuss.
-
Anträge müssen zwingend vor Beginn der Bauarbeiten gestellt werden.
-
Regionale Förderprogramme der Bundesländer können oft mit Bundesmitteln kombiniert werden.
Overview
-
BAFA-Zuschüsse: Direkte Gelder für Wärmepumpen und Gebäudehülle.
-
KfW-Förderung: Kredite für den Standard “Effizienzhaus”.
-
Steuervorteile: Kosten über drei Jahre von der Einkommensteuer absetzen.
-
Energieberatung: Warum Fachwissen die Basis jeder Förderung ist.
-
Antragsprozess: Der korrekte Ablauf von der Planung bis zur Auszahlung.
-
Heizungsförderung: Spezielle Boni für den Umstieg auf erneuerbare Energien.
Zentrale Anlaufstellen für die sanierung in Deutschland
Wenn Sie eine sanierung planen, sind zwei Institutionen besonders wichtig: das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Das BAFA ist primär für Einzelmaßnahmen zuständig. Das bedeutet, wenn Sie lediglich die Haustür erneuern oder eine neue Wärmepumpe installieren möchten, erhalten Sie dort direkte Zuschüsse. Die KfW hingegen konzentriert sich auf ganzheitliche Konzepte. Wenn Sie Ihr gesamtes Haus auf den Standard eines KfW-Effizienzhauses bringen möchten, bietet die Bank zinsgünstige Kredite an. In der German Förderlandschaft hat sich die Struktur in den letzten Jahren gefestigt, sodass die Programme besser ineinandergreifen und eine klare Orientierung bieten, welcher Weg für das eigene Vorhaben der sinnvollste ist.
Einzelmaßnahmen bei der sanierung über das BAFA fördern
Für viele Hausbesitzer ist die schrittweise sanierung der finanziell gangbarste Weg. Das BAFA unterstützt Sie hierbei mit Investitionszuschüssen. Besonders attraktiv ist der Heizungstausch. Wer eine alte Öl- oder Gasheizung gegen eine moderne Wärmepumpe ersetzt, kann mit hohen Förderquoten rechnen. Auch Maßnahmen an der Gebäudehülle, wie die Dämmung der Außenwände oder des Dachs, werden bezuschusst. Ein wichtiger Tipp aus der Praxis: Nutzen Sie einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP). Dieser wird von einem Energieberater erstellt und erhöht den Fördersatz für viele Maßnahmen um zusätzliche fünf Prozentpunkte. Dies macht die Beratung oft schon durch die höhere Förderung bezahlt.
KfW-Kredite für die ganzheitliche sanierung zum Effizienzhaus
Wer eine umfassende sanierung plant, sollte sich mit den Effizienzhaus-Standards beschäftigen. Je niedriger die Zahl des Standards (z.B. Effizienzhaus 40 oder 55), desto geringer ist der Energiebedarf des Gebäudes und desto höher fällt die Förderung aus. Die KfW vergibt hierfür Kredite mit sehr langen Laufzeiten und Tilgungszuschüssen. Das bedeutet, Sie müssen nicht den vollen Kreditbetrag zurückzahlen. In der German Baupraxis ist dies besonders für Käufer von Altbauten interessant, die das Gebäude vor dem Einzug kernsanieren. Die Kombination aus niedrigen Zinsen und einem “geschenkten” Teilbetrag senkt die monatliche Belastung und steigert gleichzeitig den Wiederverkaufswert der Immobilie massiv.
Steuerliche Vorteile als Alternative bei der sanierung nutzen
Nicht immer ist ein direkter Zuschuss oder ein Kredit der beste Weg. Seit einigen Jahren gibt es in Deutschland die Möglichkeit, energetische Maßnahmen steuerlich geltend zu machen. Wenn Sie die sanierung aus eigenen Mitteln finanzieren und keinen Antrag bei der BAFA oder KfW gestellt haben, können Sie 20 Prozent der Kosten direkt von Ihrer Steuerschuld abziehen. Dies verteilt sich über drei Jahre. Der Vorteil dieser Methode liegt in der geringeren Bürokratie. Sie benötigen zwar eine Bescheinigung des Fachunternehmens, dass die technischen Mindestanforderungen erfüllt wurden, müssen aber keinen offiziellen Antrag im Vorfeld abwarten. Dies ist besonders für kurzentschlossene Modernisierer eine sehr attraktive Option.
Die Rolle des Energieberaters im Prozess der sanierung
In Deutschland ist die Einbindung eines Experten für die meisten Förderwege bei einer sanierung gesetzlich vorgeschrieben. Ein zertifizierter Energieberater der Energieeffizienz-Experten-Liste des Bundes erstellt die nötigen Bestätigungen für die Antragstellung. Er begleitet das Projekt von der ersten Analyse des Ist-Zustandes bis zur Abnahme der Bauleistungen. Diese Fachkraft stellt sicher, dass die Maßnahmen technisch sinnvoll aufeinander abgestimmt sind. So wird verhindert, dass beispielsweise neue Fenster in eine ungedämmte Wand eingebaut werden, was zu Schimmelbildung führen könnte. Die Kosten für den Energieberater werden übrigens ebenfalls mit bis zu 50 Prozent gefördert, was die Hürde für diese wichtige Qualitätskontrolle deutlich senkt.
